Avocado
Die Avocado (Persea americana MILL., auch Persea gratissima) gehört zur Familie der
Lorbeergewächse (Lauraceae). Der bis zu 15 Meter hohe Baum hat seinen Ursprung in
Südmexiko und wurde bereits von den Azteken kultiviert. Heute wird er in über 400
Kultursorten weltweit in den Tropen sowie in Südafrika, Israel, Kalifornien, Chile, Peru
und Südspanien (Málaga und die Küste von Granada) angebaut. Die im Handel angebotenen
Früchte sind meist noch hart, können aber bedenkenlos gekauft werden, da sie nachreifen.
Sie zählen daher zu den klimakterischen Früchten. Wenn die Schale auf Druck leicht
nachgibt, ist die Frucht zum Verzehr geeignet. Der Nachreifeprozess durch das Reifegas
Ethen kann beschleunigt werden, wenn die Frucht beispielsweise in Zeitungspapier
eingewickelt gelagert wird.
Während die Schale und der Kern der Frucht nicht genießbar sind, ist das
Fruchtfleisch um den großen Kern sehr nahrhaft. Die in Deutschland erhältlichen Avocados
sind meistens nicht süß, einige Sorten der tropischen Länder dagegen schon. Das
Fruchtfleisch der reifen Avocado ist gelb, weich und von einer fast cremeartigen
Konsistenz. Die Avocado hat mit sehr großem Abstand den höchsten Fettgehalt aller
bekannten Obst- und Gemüsearten. Das Fruchtfleisch wird roh gegessen, solange es sich
noch nicht grau oder bräunlich verfärbt hat. Es schmeckt pur oder leicht gesalzen als
Brotbelag. Als delikate Vorspeise wird die Frucht halbiert, entkernt und mit
Shrimp-Cocktail gefüllt. Die Avocado wird auch häufig zu schmackhaften Dips
weiterverarbeitet.
Avocadocreme, auch Guacamole genannt, ist das Mus des
Avocadofruchtfleisches. Sie eignet sich zum Dippen, als Brotaufstrich oder als Füllung
von Tortillas.
Zur Zubereitung wird das Fruchtfleisch einer reifen Avocado mit einer Gabel zerdrückt
oder püriert, anschließend mit Salz oder Kräutersalz und Pfeffer gewürzt und nach
Belieben mit Tomaten, Chilis, Salatgurke, Knoblauch, Zwiebel, Joghurt oder zahlreichen
weiteren Zutaten verfeinert. Man kann es aber auch süß zubereiten, z.B. mit Zitrone oder
Limette und braunem Zucker.
Avocadocreme tendiert dazu sehr schnell braun zu werden. Die Bräunung entsteht durch
Oxidation an der Luft. Als Antioxidationsmittel kann die Säure des Zitronen- oder
Limettensaftes dienen, was zusätzlich den Geschmack abrundet. Ebenfalls kann bis zum
Servieren der Kern der Avocado in die Creme gelegt werden, Enzyme des Kernes bremsen
ebenfalls die Oxidation.
Als Salatdressing kann die Avocado zerstoßen und mit
Zitronensaft, Olivenöl, geriebenen Chilischoten und nach Belieben auch mit weißem
Balsamico-Essig zubereitet werden. Der Essig, wie auch der Zitronensaft, verlangsamen die
Bräunung der Avocado.
Internationale Küche
Avocados werden auch für die Zubereitung vegetarischer Sushis in der japanischen Küche
verwendet. In der brasilianischen Küche werden sie zu Milchshakes (sogenannten
vitamina de abacate) und Eis verarbeitet. Avocados sind darüber hinaus auch
in der veganen Küche sehr geschätzt, weil sie ein guter Ersatz für Fleisch und Käse
sind.
Die Avocado wird bei längerem Erhitzen bitter und kann so ungenießbar werden (inklusive
dem Gericht, in dem sie gekocht wurde).
Bei den südamerikanischen Indianern diente die Avocado nicht zuletzt auch zur Herstellung
eines alkoholischen Getränkes, das die Europäer zur Erfindung des Eierlikörs
inspirierte. Näheres siehe dort.
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